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Der Nordenhamer Ruderclub wurde, im Jahr 1908 gegründet,
im selben Jahr wie die Stadt Nordenham.
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Hier
sieht man das erste Bootshaus, es wurde am 19. Juli 1908
eingeweiht. Die ersten 14 aktiven Ruderer, Fritz Seedorff und
seine Tochter vor ihrem neuen Bootshaus im Fischereihafen. Bei der
Einweihung wurden auch die ersten Boote festlich getauft.
Am 18. Mai 1908 gründeten 59 Herren, von denen 14 aktiv
rudern wollten, im „Großherzogtum von Oldenburg“
den „Nordenhamer Ruder- und Segelverein“. Er war der
erste Wassersportverein dieser Art im Land Oldenburg. Zum ersten
Vorsitzenden wurde Fritz Seedorff gewählt, der dieses Amt 17
Jahre innehaben sollte.
Hatte man noch ein Jahr zuvor wegen zu großer Gefahren
auf der Weser starke Bedenken gehabt, so ging es jetzt mit
doppelter Kraft ans Werk. Schon zum 19. Juli 1908, nur zwei Monate
später, wurde zur Einweihung des neuen Bootshauses am
Fischereihafen eingeladen. Gleichzeitig wurden die beiden ersten
Boote getauft, die man bei der Luerssen-Werft in Vegesack bestellt
hatte, einen Vierer und einen Zweier.
Der Vierer kostete 700,-- Mark, der Zweier 500,-- Mark. Zu Gast
waren bei diesem Ereignis die Bremerhavener Ruderer und drei
Bremer Rudervereine, Vegesack und Osterholz-Scharmbeck
gratulierten. Schon 1909 ist der Verein von 14 auf 26 Aktive
gewachsen.
1910 findet zum erstenmal das Anrudern in der Form statt, in
der es später zur Tradition wird. Ziel ist Dedesdorf. Die
passiven Mitglieder begleiten die aktiven Ruderer mit einem
Midgard-Schlepper. In Dedesdorf gibt es eine Kaffeetafel und
Kinderbelustigung. Im gleichen Jahr tritt der Verein dem DRV bei.
Es wird die erste Wanderfahrt unternommen von Kassel weserabwärts.
Im August 1911 wird der Ems-Jade-Weser Regatta-Verband
gegründet, dem der „Nordenhamer Ruder- und Segelverein“
beitritt. Im gleichen Jahr findet die erste vereinsinterne Regatta
statt. 1914 wird der erforderliche Neubau eines Bootshauses in
Angriff genommen. Das Gelände des aufgeschütteten
Noellhafens wird von der Großherzoglichen Eisenbahn
gepachtet und im April wird der Grundstein für das heutige
Bootshaus gelegt. Am 28. Juni wird die Einweihung gefeiert. Am
gleichen Tage fallen die verhängnisvollen Schüsse von
Sarajewo. Kurz darauf beginnt der erste Weltkrieg. Zwar bleibt das
Bootshaus geselliger Mittelpunkt des Vereins, gerudert wird aber
nur noch wenig.
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So
sah das heutige Bootshaus 1914 nach seiner Fertigstellung aus.
Als der Krieg vorbei ist, kehrt auch langsam das Leben wieder
ein. Ingenieur Kaukelwitz, ein Rennruderer aus Kiel, übernimmt
das Rudertraining. Erfolgreichste Ruderer mit Regatta-Erfolgen
sind Erich Eilers, Eduard Schneidt, Harry Helmers, Erich Braun,
Carl Zellentin.
In der Jahreshauptversammlung 1920 wird wieder die alte
sportliche Aktivität registriert, 67 aktive und 138 passive
Mitglieder sind gemeldet. Regattaerfolge durch die Ruderkameraden
Barckhan, Gerdes, Helmers, Zellentin, Drückhammer, Fritz
Thaden, Gustav Emmert, W. Drees. 1920 wird ein Gedenkstein für
die Gefallenen des Krieges enthüllt. Ein Jahr später
treten erstmals die Damen als Aktive in der Berichterstattung auf.
Für sie wird eigenes ein Boot angeschafft, ein Sechser.
1923 ist der Verein zum ersten Mal schuldenfrei, doch die
Beiträge sind in schwindelnde Höhen gestiegen: 8.000,--
Mark für Aktive, 4.000,-- Mark für Passive. Schon seit
Jahren besitzt der Verein eine Badestelle am Bootshaus, eine
Badekarte kostet 1.000,-- Mark. Im Mai 1923 trennen sich Ruderer
und Segler. Der Ruderclub firmiert von jetzt ab als „Nordenhamer
Ruderclub von 1908 e.V.“. In den folgenden Jahren ist der
NRC auf vielen Regatten zu finden, manche Siegestrophäe
wandert ins Bootshaus. Hans Drees, Fritz Thaden, Gustav Emmert,
Willy Jacobs, Theo Robbers, Theo Diesel, Edo Diesel, Alfred
Mengers und Günther Schmidt rudern die Boote sicher ins Ziel.
1924 sind die Nordenhamer Ruderer zum ersten Mal im Achter auf
einer Regatta. Die Damen starten im Stilrudern. Danach zeichnen
sich auch in der Clubgeschichte die schwierigen Jahre der
Wirtschaftskrise ab. Die Mitgliederzahlen gehen auf etwa die
Hälfte gegenüber den ersten Nachkriegsjahren zurück.
Die große Arbeitslosigkeit lähmt den Sportbetrieb. Neue
Namen beim Rennrudern tauchen auf: von Oesen, Riesebieter, Deike.
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Unser
Bootshaus im Jahre 1930.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr
1933 ist die Selbständigkeit der Vereine zunächst
eingeschränkt. Die Mitgliederzahl wächst wieder und der
Sport erhält ein neues Ansehen. Der Tag des Rudersportes wird
ins Leben gerufen. Das Vereinsleben mit allen geselligen
Veranstaltungen, Anrudern, Sommerfesten, vielen Vorträgen und
Aktivitäten blüht auf. Doch nur für wenige Jahre,
bis der zweite Weltkrieg beginnt, mit seinen verheerenden Folgen.
Das Kriegsende brachte den völligen Zusammenbruch des
Ruderbetriebes. Das Bootshaus wurde von der Besatzungsmacht
beschlagnahmt, das Bootsmaterial beschädigt oder verschleppt.
Alle Vereinstätigkeit wurde in den ersten Nachkriegsjahren
von der Besatzungsmacht verboten. Erst 1949 konnte der
Ruderbetrieb mühsam wieder aufgenommen werden. Zuvor hatte
man sich wiederholt in Krügers Gaststätte versammelt.
Konrad Hermann wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, ihm
standen Männer wie Julius Engler, Walter Fuhr, Max Greis und
viele andere zur Seite. Die noch vorhandenen Boote wurden
zusammengeflickt, das Zubehör ausgebessert. Im bescheidenen
Rahmen begann wieder ein Ruderbetrieb. Im Bootshaus übernahm
Hans Mahlstedt, Inhaber des inzwischen abgebrochenen „Friesischen
Hofes“ die Bewirtschaftung.
1950 wurde zum ersten Mal wieder ein großes Bootshausfest
gefeiert. Die Clubräume wurden neu gestaltet und 1951 die
Veranda verglast. 1951 wurde auch zum erstenmal ein
Trainingslehrgang mir einem Trainer des Deutschen Ruderverbandes
durchgeführt.
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Ein
Boot wird getauft.
Wesentlichen Anteil an den ersten Regatta-Erfolgen nach dem
Krieg hatte Hans Schultz, ein erfahrener Rennruderer und Trainer
vom 1. Breslauer Ruderverein. Noch als Siebzigjähriger
trainierte er die Frauen im Stilrudern. Wer bei ihm das Rudern
lernte, vergisst es sein Leben lang nicht mehr. Ihm zur Ehren
wurde noch zu seinen Lebzeiten ein Boot auf den Namen „Hans
Schulz“ getauft. Ein anderer Mann, der sich voll für
die Sache des Rudersports einsetzte, war Hermann Burger - Pepo,
wie ihn die Schüler nannten -, Sportlehrer am Gymnasium. Er
kam Ende der zwanziger Jahre als junger Referendar nach Nordenham.
Verzog 1933 unter Zurücklassung eines ihm privat gehörenden
Zweiers, und war nach dem Krieg wieder da. Ihm ist die Gründung
einer Schüler-Riege Rudern zu verdanken. Von da an, so ging
die Sage, konnte kein Schüler eine Zwei im Sport bekommen,
wenn er nicht der Ruder-AG angehörte. Pepo starb wie er
gelebt hatte: beim Wintertraining in der Halle ereilte ihn ein
Herzinfarkt. Seine Arbeit wurde nicht fortgesetzt, die enge
Bindung zwischen Schule und Club riss ab.
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Max
Greis bei einer Tauf-Rede.
Sehr erfolgreich waren die Damen im Stilrudern, eine ganze
Anzahl von Pokalen ruderten sie nach Haus. Man war sehr
enttäuscht, als diese Disziplin dem Rennrudern der Frauen
wich. Bei den Herren waren Namen wie Hannes Nieden, Gerhard
Riedel, Walter Lauterbach, Fritz Koch und Manfred Greis mit
Rudererfolgen verbunden.
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So
schön war Stilrudern...
Drei Jahre, von 1955 - 58, gab es eine clubeigene Zeitung, den
„Rollsitz“. Er sorgte für eine enge Verbindung
unter den Clubmitgliedern. Leider ließ sich die Finanzierung
nicht durchhalten.
Das Wanderrudern gewinnt langsam an Bedeutung. Schon gleich in
den ersten Jahren nach der Clubgründung wird immer wieder von
ausgedehnten Wanderruderfahrten auf Weser, Elbe und auf den
Holsteinischen Seen berichtet.
In den fünfziger Jahren ist es vor allem Boi Jacobs, der
hier viel in der Jugendarbeit leistet. In jedem Sommer ist er mit
Jungen und Mädchen unterwegs. 1958 starten die Alten Herren
zu ihrer ersten Wanderruderfahrt auf der Mosel.
Das 50-jährige Jubiläum wird 1958 festlich begangen.
Zwei Jahre zuvor, 1956, kann der Ruderclub das Grundstück,
auf dem das Bootshaus steht, von der Bundesbahn erwerben.
Schwere Schäden am Bootshaus und am Anleger entstehen bei
der Sturmflut 1962. Durch die Weservertiefung ist der Strom
reißender, das Auflaufen des Wassers höher geworden.
Die Errichtung der Sperrwerke an der Unterweser tut ein Übriges,
die Situation noch zu verschärfen. Das gesamte Außengelände
rund um das Bootshaus wird durch den Flutmauerbau verändert.
Es findet sich leider keine Möglichkeit, das Bootshaus das in
die Hochwassersicherung einzubeziehen.
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So
sah es nach einer Sturmflut aus.
Die Ausbildung der Jugend im Rudern ist für die Vereine
eine zentrale Aufgabe, die immer nur über einen guten Trainer
gelöst werden kann. Gerd Barnahl und Dieter Meinecke müssen
hier genannt werden. Letzterer setzte 1973 das Kinderrudern im
Club durch, das einen großen Aufschwung im Ruderbetrieb
brachte. in den darauf folgenden Jahren konnten zahlreiche Siege
errungen werden. Mit Petra Wahrenburg stellte Nordenham eine
Deutsche Jahrgangsmeisterin. Leider verließ Dieter Meinecke
aus beruflichen Gründen Nordenham. Erst 1980 ist es möglich,
wieder Nachwuchstraining aufzunehmen.
Im Regattabesuch hat sich mit den Jahren im Club etwas
geändert. Nicht mehr die intensiven Rennen sind gefragt,
sondern mehr die Rallyes und Langstrecken-Regatten, wobei es mehr
auf die Ausdauer ankommt. Ein Grund dafür sind sicher die
rauen Wasserverhältnisse, die es nicht ermöglichen,
frühzeitig wie im Binnenland zu trainieren. So finden wir
Nordenhamer Mannschaften bei der Marathon-Regatta von Leverkusen
nach Düsseldorf auf dem Rhein, beim internationalen Wettkampf
um den grünen Moselpokal auf der Mosel bei Bernkastel, bis
hinüber nach Hemmor bei der Trimm-Regatta. Einen Höhepunkt
bildet in jedem Jahr die Teilnahme an der Bremer Tiden-Rallye. Bei
dieser Veranstaltung ist der Club immer wieder Gastgeber
auswärtiger Teilnehmer. Sie kommen aus Dormagen, Düsseldorf,
Kiel, Berlin und ebenso aus näher gelegenen Orten in bunter
Mischung.
1980 ist eine Frau 2. Vorsitzende des Nordenhamer Ruderclubs.
Das sagt mehr als alles andere über die wichtige Rolle, die
die Frauen im Clubleben spielen. Sie sind oft der ruhende Pol.
Auch die rudernde Familie hat im Ruderclub ihren Platz gefunden.
Der Kontaktpflege nach außen dient jährlich der
Herren-Abend im November, für den die Clubräume kaum
noch genügend Platz bieten. Kind und Kegel sind mit von der
Partie, wenn es im Winter um's Boßeln geht, einer Sportart,
deren Reize zu entdecken ein schönes Erlebnis ist.
Viel Freude bereiteten die ersten Barkenfahrten. 1976 wird die
Strecke Kassel - Nordenham von 10 Mann in Rekordzeit bewältigt,
ein einmaliges Erlebnis, bei dem die Grenzen Menschlicher
Leistungsfähigkeit angesprochen werden. In den darauf
folgenden Jahren werden Barkenfahrten auf der Mosel von Trier bis
Koblenz, und auf dem Main von Bamberg nach Miltenberg
durchgeführt.
1982 folgt eine Weserfahrt mit 26 Teilnehmern, etwa die Hälfte
Jugendliche, von Hann. Münden bis Minden. Die Barke
„Deutschland“ dient als Flaggschiff begleitet von zwei
Vierern.
Die Alten Herren hatten als eingefahrene Crew im Laufe der
Jahre beim Wanderrudern die Rolle eines Vorreiters übernommen.
Es begann, wie schon berichtet, 1958 auf der Mosel. Nachdem die
deutschen Flüsse und Seen erkundet worden sind, zwischendurch
sind sie immer mal wieder dran, beginnen die Auslandsfahrten: auf
der Saonne und Rhone in Frankreich, auf dem Tessin und auf dem Po
in Italien, auf der Themse in England, auf den Friesischen Seen in
Holland und auf den Dalslandkanal miteinander verbundenen Seen in
Schweden. Das wohl größte Erlebnis für zwei
Nordenhamer Alte Herren ist die Teilnahme an der
FISA-Wanderruderfahrt 1982 in Südamerika, die nach
Argentinien, Uruguay und Brasilien führte. In dem Bericht
darüber heißt es abschließend: „Dass die
Südamerika-Fahrt der europäischen Wanderruderer am Ende
mehr als eine Sightseeing-Tour, als ein bloßes Abwickeln
einer Reihe von offiziellen Empfängen mit sportlicher und
kommunaler Prominenz, hat seinen Grund sicher zuerst in einer von
beiden Seiten gesuchten und gefundenen echten menschlichen
Begegnung. Die Südamerikaner haben uns mit offenen Armen
aufgenommen. Wir sahen viel, worauf sie mit Recht Stolz sein
können. Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde. Die
Wimpel und Abzeichen, die wir mitbrachten, sind keine Souvenirs im
üblichen Sinne. Es sind kleine Symbole einer gemeinsamen
Idee, der Idee von mehr Freude am Leben durch einen gesunden und
schönen Sport, dem Rudern“.
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Die Vorsitzenden des Nordenhamer Ruderclubs seit 1908:
1908 bis 1925: Fritz Seedorf 1926 bis 1929: Ernst
Flohr 1930 bis 1939: Wilhelm Bette 1940 bis
1945: nicht gewählt 1946 bis 1966: Konrad
Hermann 1967 bis 1971: Walter Schamberg 1972
bis 1975: Dr. Horst Münsted 1976 bis 1986: Karl
Ropers 1986 bis 1988: Gerd Spiekermann 1988 bis
1991: Dr. Rainer Menge 1992 bis 1999: Klaus
Teuscher 2000 bis 2003: Hermann Heuke 2004 bis
2007: Dr. Peter Möller seit 2008:
Eckehard Schulz
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