1914 bis 1945 - Rudern im Krieg

1914 wird der erforderliche Neubau eines Bootshauses in Angriff genommen. Das Gelände des aufgeschütteten Noellhafens wird von der Großherzoglichen Eisenbahn gepachtet und im April wird der Grundstein für das heutige Bootshaus gelegt. Am 28. Juni wird die Einweihung gefeiert. Am gleichen Tage fallen die verhängnisvollen Schüsse von Sarajewo. Kurz darauf beginnt der erste Weltkrieg. Zwar bleibt das Bootshaus geselliger Mittelpunkt des Vereins, gerudert wird aber nur noch wenig.

Bootssaus 1904

So sah das heutige Bootshaus 1914 nach seiner Fertigstellung aus.

Als der Krieg vorbei ist, kehrt auch langsam das Leben wieder ein. Ingenieur Kaukelwitz, ein Rennruderer aus Kiel, übernimmt das Rudertraining. Erfolgreichste Ruderer mit Regatta-Erfolgen sind Erich Eilers, Eduard Schneidt, Harry Helmers, Erich Braun, Carl Zellentin.

In der Jahreshauptversammlung 1920 wird wieder die alte sportliche Aktivität registriert, 67 aktive und 138 passive Mitglieder sind gemeldet. Regattaerfolge durch die Ruderkameraden Barckhan, Gerdes, Helmers, Zellentin, Drückhammer, Fritz Thaden, Gustav Emmert, W. Drees. 1920 wird ein Gedenkstein für die Gefallenen des Krieges enthüllt. Ein Jahr später treten erstmals die Damen als Aktive in der Berichterstattung auf. Für sie wird eigenes ein Boot angeschafft, ein Sechser.

1923 ist der Verein zum ersten Mal schuldenfrei, doch die Beiträge sind in schwindelnde Höhen gestiegen: 8.000,-- Mark für Aktive, 4.000,-- Mark für Passive. Schon seit Jahren besitzt der Verein eine Badestelle am Bootshaus, eine Badekarte kostet 1.000,-- Mark. Im Mai 1923 trennen sich Ruderer und Segler. Der Ruderclub firmiert von jetzt ab als „Nordenhamer Ruderclub von 1908 e.V.“. In den folgenden Jahren ist der NRC auf vielen Regatten zu finden, manche Siegestrophäe wandert ins Bootshaus. Hans Drees, Fritz Thaden, Gustav Emmert, Willy Jacobs, Theo Robbers, Theo Diesel, Edo Diesel, Alfred Mengers und Günther Schmidt rudern die Boote sicher ins Ziel.

1924 sind die Nordenhamer Ruderer zum ersten Mal im Achter auf einer Regatta. Die Damen starten im Stilrudern. Danach zeichnen sich auch in der Clubgeschichte die schwierigen Jahre der Wirtschaftskrise ab. Die Mitgliederzahlen gehen auf etwa die Hälfte gegenüber den ersten Nachkriegsjahren zurück. Die große Arbeitslosigkeit lähmt den Sportbetrieb. Neue Namen beim Rennrudern tauchen auf: von Oesen, Riesebieter, Deike.

Bootshaus 1902 Unser Bootshaus im Jahr 1930.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ist die Selbständigkeit der Vereine zunächst eingeschränkt. Die Mitgliederzahl wächst wieder und der Sport erhält ein neues Ansehen. Der Tag des Rudersportes wird ins Leben gerufen. Das Vereinsleben mit allen geselligen Veranstaltungen, Anrudern, Sommerfesten, vielen Vorträgen und Aktivitäten blüht auf. Doch nur für wenige Jahre, bis der zweite Weltkrieg beginnt, mit seinen verheerenden Folgen.