Seeschifffahrt

Wer an einem Achter entlang geht, kann leicht glauben, ein solches Boot sei lang. Und in der Tat: in unserem Bootshaus hat kein Achter der Länge nach Platz und an unserem Anleger könnten wir ihn nicht zu Wasser lassen, weil er nicht "rum ums Eck" käme. Wenn man dann aber mit einem Vierer - der ja auch schon lang ist - auf die Weser hinaus fährt, erkennt man rasch, das Länge doch sehr relativ ist.

FS CHARLOTTE
130-Meter-Schiff "FS CHARLOTTE" im Vergleich zu sechs Vierern am Bootshaus des NRC. *)

Seit Menschengedenken sind Schiffe die größten beweglichen Objekte auf der Erde. Wenn man ihnen auf dem Wasser zu nahe kommt, verdunkelt sich der Himmel und bei einem 300-Meter Autotransporter mit 4.500 Fahrzeugen an Bord dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis es dann wieder hell wird. Aber am Ende bleiben die Schiffe für uns Ruderer mehr ein Phänomen denn ein Problem, denn sie kommen sehr langsam angefahren und machen kaum Wellen. Und die Wellen, die sie dennoch machen, kann man schön parallel nehmen und abreiten. Eine andere Nummer sind die Schlepper, wenn sie zwischen Bremerhaven und Brake mit voller Fahrt durch die Weser pflügen. Deren Wellen werden bis zu einem Meter hoch, sind aber dabei schön lang und ebenfalls abreitbar. Wehe aber dem, der solche Wellen kreuzweise bekommt!

Schiffsbilder von der Unterweser (bis Bremerhaven) und Außenweser (bis zum Nordseewatt):

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*) Schon klar: das Schiff fährt nicht am entfernten Ufer längs, sondern in der Mitte der Weser. Und der am nächsten liegende Vierer hält 80 Meter Abstand. Dass man die hintere Hälfte der Weser kaum wahrnemen kann, liegt daran, dass sie hinter der Erdkrümmung liegt ... ohne Scherz.