Auf Moin erwiderte es ein ebenfalls trockenes Moin. Es war Samstag morgen 5.45 als Bodo, Tim, Eckhard, Marie- Luise und ich uns in Richtung Ratzeburg zur Familie Thomas Lange aufmachten. Es sollte meine erste Wandertour werden und ich war gleich überrascht, wie gesprächig man schon am frühen Morgen sein kann.
In
Ratzeburg waren wir gegen 8.00 eingetroffen und dort stieß auch
Eckhards Bruder Andreas zu uns. Wir wurden sehr herzlich von der
Familie Lange empfangen, bezogen sogleich unser Quartier und
frühstückten beim Weltmeister und Olympiasieger. Danach
fuhren wir bei bestem Ruderwetter zum Ruderclub Ratzeburg am
Küchensee.
Zuerst ruderten wir bis an das Ende des Sees, wo uns schon Frau Lange erwartete. Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Stolz und Rührung. Ja, es war der Familie Lange in letzter Sekunde gelungen, die für unsere Rudertour benötigte Genehmigung zum Befahren des Naturschutzgebietes schriftlich zu bekommen. Das Couvert wurde unserem Obmann Bodo übergeben und für einen kurzen Augenblick berührte ich auch dieses mühevoll erhaltene Dokument, bevor Bodo es endgültig in seine Obhut nahm.
Jetzt folgte eine längere Wegstrecke bergauf, die Boote und das Gepäck in den Booten konnte mit Hilfe der Minitrailer relativ problemlos geschoben werden, bis wir zum Küchensee- Schaalsee-Kanal kamen. Die Luise fuhr voraus um uns den Weg frei zu machen durch eine Horde von undisziplinierten Kanufahrern. Der Kanal lag von der Höhe oberhalb des unmittelbaren umgebenden Geländes und somit hatte man einen wunderbaren Blick (weil ich jetzt Steuermann war). Es waren Wiesen und Wälder mit Linden und Buchen. Erlen längs der Leitdämme erschwerten ab und zu die Fahrt durch tief- und weitreichende Äste. Der Steuermann disziplinierte damit die Mannschaft. Wir fuhren bis zum Pipersee, mittlerweile hatte die Mannschaft der Küchensee mehrmals durchgewechselt und die Luise ständig auf uns gewartet, bis wir zu einer Barriere kamen, die sich vor dem Schalsee befand. Wir mussten wieder an Land, 15 Meter alles umtragen und neu auftakeln. Das Wasser wurde kabbeliger, der Wind blies frisch aus West. Die Mannschaften wurden neu gemischt. Zielort und Halbzeit nach 18,5 Kilometern war Großzechern. Vor dem 3 Sterne Restaurant legten wir an und machten endlich Pause.
Die Rückfahrt begann und jeder Ruderer kennt wohl den Schmerz, wenn er das Wort Rückfahrt nur hört. Ich möchte mich bei Andreas, Eckhard, Bodo, Marie-Luise und Tim, der mit seinen 12 Jahren ohne zu murren oder zu jaulen die 37 Kilometer lange Strecke mitgerudert und durchgehalten hat, bedanken. Abends feierten wir zuerst zusammen auf dem Stadtfest von Mölln und saßen dann anschließend bei Familie Lange noch bis in den tiefen Abend. Die Nacht war laut und nur soviel: wenn 3 von 4 schnarchen, kann höchstens einer nicht geschlafen haben.
Am nächsten Tag machten wir noch eine Tour auf dem Ratzeburger See mit einem Boot der Ruderakademie. Die Rückfahrt nach Nordenham mit dem Auto wurde durch Tims gekonnte Karaoke-Einlage auf die Gruppe The Doors unterhaltsam.